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Inhaltsverzeichnis
 
  1. Allgemeine Beschreibung
  2. Merkmale
  3. Verwendung
  4. Konstruktionsmerkmale
  5. Pressenleistung
  6. Druckflüssigkeit
  7. Einbau
  8. Arbeitsfolge
  9. Ausbau
  10. Sonderfälle
  11. Maßtabelle für kreisrunde VT-Kapselpressen
 

Allgemeine Beschreibung:
Dieser Typ von Presse erlaubt es, auf verhältnismäßig kleiner Fläche außerordentlich hohe Drücke auszuüben. Insbesondere zeichnet sich die VT-KAPSELPRESSE durch ihre einfache Bauweise, ihre extrem niedrige Bauhöhe und ihre Vielseitigkeit und Vielgestaltigkeil aus.

Nachstehend zeigen wir in Skizzen Beispiele für kreisrunde, rechteckige und längliche Pressen:

>Skizze 1< - Pressenbeispiele
>Skizze 2< - Pressenhub

Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sind die kreisrunden Pressen standardisiert und lagervorrätig. Alle übrigen Formen gelten als Sonderkonstruktion und werden je nach Bedarf gefertigt.

Merkmale
VT-Kapselpressen sind spezielle Pressen, die auch in sehr engen Einbauspalten verwendet werden können. Die besonderen Merkmale sind:

  • geringe Einbauhöhe
  • geringes Gewicht (erleichtert den Einbau)
  • Einmalverwendung; kein Ausbauen erforderlich
  • Aufpressen mit Hydrauliköl oder mit Zementmörtel
  • üblicherweise runde Form, jedoch als Sonderanfertigungen auch rechteckige Form möglich

Verwendung:

  • zum Aufpressen von Unterfangungsträgern
  • zum Vorbelasten von Pfählen
  • zum Anheben von Bauteilen, wenn nur geringe Einbauhöhen vorhanden sind
  • zum Anpressen, wenn die Presse gleich endgültig im Bauwerk verbleibt

Konstruktionsmerkmale:
Die VT-KAPSELPRESSE besteht im Wesentlichen aus aus einer speziell geformten Blechblase, mit außen rundum laufendem Wulst. Für die Entlüftung ist ein zweiter Stutzen vorgesehen. Das Preßmedium drückt die VT-KAPSELPRESSE membranartig auseinander. Der Rückzug erfolgt durch Krafteinfluß von außen. Die einmalige Verwendbarkeit ergibt sich aus ihrer Struktur.

Pressenleistung:
Die Gebrauchsspannung der VT-KAPSELPRESSE beträgt 15 N/mm2.

Der Pressenhub ist die Differenz hb - ha zwischen den jeweiligen Abständen der beiden Bleche. Als Überschlag kann der Hub einer VT-KAPSELPRESSE gleich der Wulstdicke angenommen werden.

Diese beiden Konstruktionsmerkmale stellen theoretische Grenzen dar und können je nach dem verfolgten Zweck eingehalten oder auch überschritten werden. Als Beispiele erwähnen wir Fälle, in denen der Flüssigkeitsdruck bei 20 N/mm2 lag, und andere, bei denen der Pressenhub 6 cm groß war.

Eine Charakteristik der VT-KAPSELPRESSE ist ihre Nutzfläche, die als Quotient aus der Preßkraft und dem Flüssigkeitsdruck definiert wird. Man kann mit guter Näherung (1 ... 5%) diese Fläche als konstant betrachten. Sie ist gleich der Fläche, die von der Berührungslinie des Wulstes mit einer ebenen Fläche umschlossen wird, vorausgesetzt, daß dabei der oben definierte Pressenhub nicht überschritten wird.

 

Druckflüssigkeit:

  • Bei VT-KAPSELPRESSEN, die nach dem Arbeitsablauf aus dem Bauwerk entfernt werden: Hydrauliköl oder Wasser (ggf. mit Korrosionsschutz)
  • Bei VT-KAPSELPRESSEN, die im Bauwerk verbleiben: Injektionsmörtel ähnlich wie bei Vorspannkabel >Skizze 3<

Einbau:
Die VT-KAPSELPRESSEN müssen sorgfältig behandelt werden. Scharfkantige Eindrücke führen zu Schwächungen des Materials und damit zur vorzeitigen Zerstörung des Elementes. Die Auflagefläche für die VT-KAPSELPRESSE muss dementsprechend ausgebildet sein.

Je nach dem Verwendungszweck werden die Hohlräume zu beiden Seiten der VT-KAPSELPRESSE mit erdfeuchtem Sand mit geringem Zementanteil, Brechsand, Mörtel oder Stahlplatten ausgefüllt.

Für kurzfristiges Arbeitsspiel:

Bei kurzfristigem Arbeitsspiel werden zum leichteren Ausbau Sand, Brechsand oder Stahlplatten verwendet. Nach dem Arbeitsprozess läßt sich der Sand durch Wasser oder Pressluft leicht ausspülen.

Für langzeitige Arbeitsdauer und Vorspannung:

Für eine konstante Hubbegrenzung ist es erforderlich, den Hohlraum der VT-KAPSELPRESSE mit Mörtel auszufüllen. Sollten extreme Hübe erforderlich sein muss in gleicher Weise verfahren werden.

Arbeitsfolge:
Sachgemäßer Einbau der VT-KAPSELPRESSE. Ausgleichen der Höhendifferenzen durch Füllstoffe wie Sand oder Futterstücke.

Entlüftungsstutzen öffnen und Druckflüssigkeit langsam einpressen.

Schließen der Entlüftungsstutzen, wenn die Presse mit dem Druckmedium gefüllt ist.

Ausbau:
Nach Beendigung der erforderlichen Arbeiten Druckleitung entlasten und Presse, wie im Abschnitt "Einbau" beschrieben, ausbauen.

Bei Verwendung von Mörtel: Ventil schließen, Druckleitung vor dem Ventil abklemmen, Armaturen, Geräte und Druckleitung reinigen.

Sonderfälle:
schluss mehrerer Pressen an dieselbe Druckleitung;

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß beim gleichzeitigen Arbeiten mehrerer Pressen von derselben Druckleitung die Hubhöhe der einzelnen Pressen nicht notwendigerweise übereinstimmen muss.

Soll gleichzeitig ein gleicher Hub der Pressen erfolgen, (z. B. beim Heben eines Blockes an 4 Punkten), so muss jede Presse über ein eigenes Ventil steuerbar sein. Damit kann der Hub jeder Presse einzeln geregelt werden.

Hubvergrößerung
Reicht der Hub einer VT-KAPSELPRESSE für bestimmte Arbeitsvorgänge nicht aus, dann ist es ohne weiteres möglich, durch Aufeinanderstapeln mehrerer Pressen den gewünschten Hub zu erzielen. >Skizze 4<

Maßtabelle für kreisrunde VT-Kapselpressen: >Skizze 5<

Durchmesser D [ mm ] 120  150  220  250  270  300  350  420  500  600 700
Nennlast [ kN ] 80 150 390 540 780 1.080 1.570 2.350 3.430 4.660 4.660
Hubhöhe ~d [ mm ] 20 25 25 30 30 35 40 45 45 50 50
Einbauhöhe H [ mm ] 30 40 40 45 45 50 55 60 65 65 65
max. Hubkraft [ kN ] 93 165 420 555 650 850 1.110 1.570 2.350 3.540 4.950
Rechnerische Fläche [ cm² ] 62 110 280 370 435 570 740 1.050 1.570 2.360 3.300