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  Verbundlose Vorspannung VT-CMM
Für Flachdecken und Behälterbauten.
 
Inhaltsverzeichnis
 
  1. Flachdecken im Hochbau und Anwendung im Brückenbau
  2. Spanngliedlagen
  3. Anwendungen für Behälter, Silos

Flachdecken im Hochbau und Anwendung im Brückenbau:

Wesentliche Kriterien bei der Planung von Hochbaudecken sind:

  • niedrige Konstruktionshöhe, dadurch Kostenersparnis bei den Decken selbst, und darüber hinaus auch bei der Fassade bzw. bei Bauten unter Bodenniveau beim Aushub, bei der Baugrubensicherung und fallweise bei der Grundwasserhaltung;
  • ebene Deckenuntersicht, dadurch geringer Schalungsaufwand bei der Errichtung der Decken und größtmögliche Freiheit bei der Leitungsführung für die Haustechnik;
  • geringe Durchbiegungen, dadurch Rissefreiheit der Decken und Kostenersparnis beim Fußbodenaufbau, ggf. auch bei der Isolierung;
  • durch frühe Vorspannung, schnellere Umsetzzyklen für Schalung und Rüstung mit verkürzter Bauzeit.

Spanngliedlagen:
Üblicherweise werden Spannglieder annähernd parabelförmig gekrümmt ausgeführt. Aus dem Bestreben, die Kosten der verbundlosen Spannglieder zu minimieren, ergibt sich eine Lösung mit etwa trapezförmig gekrümmten Spanngliedern. Die Kosten für die Spanngliedunterstellungen können bis 25% der Kosten für die Vorspannung betragen. Durch eine geeignete Wahl der Spanngliedführung können diese auf ca. 5% gesenkt werden. Bei der "natürlichen Spanngliedführung" werden die Spannglieder lediglich an den Verankerungen und im Stützbereich in einer definierten Höhenlage fixiert, während sie im Feld in Abständen von etwa 3 m an der unteren Bewehrung angebunden werden. Im Übergangsbereich dazwischen stellt sich aufgrund der Eigensteifigkeit eine "natürliche" Lage der Spannglieder ein. Für diese sehr wirtschaftliche Lösung wurden eingehende Untersuchungen durchgeführt und für eine entsprechende Erweiterung der Zulassungen begutachtet. Dem erfahrenen Konstrukteur wird es gelingen, die für seinen Anwendungsfall einfachste und damit wirtschaftlichste Art der Spanngliedführung zu wählen.

Anwendungen für Behälter, Silos:
sefreiheit und Dichtheit einer Betonkonstruktion sind für Behälter, in denen umweltbelastende Stoffe gelagert werden, eine unabdingbare Forderung. Aber auch für feuchtigkeitsempfindliche Stoffe, wie z. B. Zucker und Salz, sind absolut dichte Gefäße zur Lagerung notwendig. Um all diese Anforderungen zu erfüllen, eignet sich vorgespannter Beton vorzüglich. Zusätzlich verfügt der Spannstahl durch bestimmte Maßnahmen über einen gegenüber schlaffen Stahleinlagen weitaus besseren Korrosionsschutz. Dies hat besondere Bedeutung für Behälter mit aggressivem Inhalt und in aggressiver Umgebung, wie z. B. in chemischen Werken, bei Kläranlagen und Güllebehältern.

 

Durch die Entwicklung des VT-CMM-Systems öffnen sich im Bereich des Behälterbaues völlig neue Perspektiven für die Anwendung der Verbundlosen Vorspannung, und die Möglichkeit, auch Behälter mit kleineren Abmessungen (etwa ab Ø 8m) wirtschaftlich vorzuspannen, und dauerhafte Dichtheit zu gewährleisten.

Ein ganz entscheidender Vorteil der Spannglieder ohne Verbund liegt bei runden Behältern in der wesentlich geringeren Reibung (µ = 0,06 gegenüber µ= 0,20 bis 0,25 bei Vorspannung mit nachträglichem Verbund).

Die geringe Reibung ermöglicht, daß die Spannglieder üblicherweise um den gesamten Behälterumfang geführt werden. Neben einer ca. 15prozentigen Senkung des Spannstahlbedarfs ergibt sich zudem in der Anzahl von Spanngliedverankerungen, Spannischen und Lisenen eine beträchtliche Einsparung, und zudem Qualitätsverbesserung der gesamten Konstruktion.

Abgesehen von den wirtschaftlichen Vorteilen bietet das neue VT-CMM-System auch bemerkenswerte Vorzüge in konstruktiven Belangen:

  • Durch die geringen Reibungsverluste wird die Spannkraft über den ganzen Behälterumfang sehr gleichmäßig verteilt.
  • Die Dicke der stehend eingebauten VT-CMM Bänder beträgt lediglich 20 mm gegenüber einem Hüllrohrdurchmesser von ca. 60-80 mm bei Spanngliedern mit Verbund. Durch diesen um zwei Drittel geringeren Platzbedarf für Spannglieder in der Behälterwand wird das Einbringen des Betons einfacher, aber vor allem verhindert die vertikale Bandsteifigkeit die sog. Girlandenform und reduziert die Reibungsverluste wesentlich.

Behälter generell, insbesondere aber eiförmige Faulbehälter, sind ein ideales Anwendungsgebiet für verbundlose VT-CMM Spannglieder. Die Flexibilität dieser Spannglieder erlaubt eine sehr einfache Ausführung und vermindert wesentlich die Kosten durch den Entfall aufwendiger Arbeitsvorgänge wie bei den bisher üblichen Verbundspanngliedern. Es besteht hier ohne Risiko für die Qualität und Sicherheit der Behälter die Möglichkeit, auch bei niedrigen Temperaturen Vorspannarbeiten auszuführen, da die Zugglieder werksmäßig korrosionsgeschützt sind und die heiklen Injektionsarbeiten der Verbundvorspannung entfallen.